Blechtrottelfrust

CallcenterTextauszug: Eine Weile kam ich mir vor, wie das schärfste Messer in der Schublade. Ich war begehrt. Ach was, mehr als begehrt. Da wurde jemand tatsächlich nicht müde, sich um mich zu bemühen. Regelmäßig wurde ich telefonisch kontaktet. Doch die anfängliche Euphorie ist nun der Ernüchterung gewichen. Ich dachte wirklich, es ginge um mich. Dabei geht es nur um mein Portemonnaie. Okay, es dauerte ein Weilchen, bis ich dies begriffen hatte. Doch kaum war die Tinte unter dem Vertrag trocken, schien sich der Telekommunikationsanbieter partout nicht mehr an mich erinnern zu können oder zu wollen. Auch die versprochenen Leistungen und Leitungen wollen irgendwie nicht so richtig. Darum griff wiederum ich zum Hörer, um meine neue alte Liebe einmal telefonisch zu kontakten. Aber es ging partout keiner mehr ans Telefon. Keine wollte mit mir sprechen.

Inhalt: Warteschleifen- und Call-Center-Frust
Länge: 2.073 Zeichen
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Achtung! Warten erwarten

MEV17008Textauszug: Warten gehört für viele nicht gerade zur beliebtesten Form des Zeitvertreibs und doch werden wir immer und überall gezwungen, zu warten. Das fängt schon vor der Geburt an, wenn alle, vor allem die künftigen Eltern und Großeltern, den Moment kaum abwarten können, wenn das neueste Familienmitglied das Licht der Welt erblickt. Dann warten alle auf den Moment, wenn wir endlich eigenständig krabbeln können, die erste fest Nahrung zu uns nehmen können und endlich die erste Laute artikulieren, die wahlweise als „Papa“ oder „Mama“ interpretiert – abhängig davon, wer von beiden diese gerade vernimmt. Später warten alle darauf, dass der Nachwuchs die ersten eigenen Schritte tut, dass sich die ersten Zähne rausschieben, dass die Kindergartenzeit beginnen möge und schließlich darauf, dass zum ersten Mal die Schulbank gedrückt wird.

Inhalt: Die Kunst des Wartens..
Länge: 3.063 Zeichen
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