Tattergreisig

Textauszug: Statt dreimal pro Woche in der Disco die Nacht zum Tag zu machen, vergnügt man sich bis zum Sandmännchen im heimischen Ohrensessel mit dem „Musikantenstadl“. Statt nächtlicher 0190-er-Nummern wählt man nach dem Frühstück die Nummer der Rentenversicherung, um sich über das täglich größer werdende Defizit und die bescheidenen Aussichten auf ein Altersruhegeld zu informieren. Kein Wunder, dass sich nur wenige tierisch auf die Zeit jenseits des 50. Wiegenfestes freuen.

Thema: Folgen des Älterwerdens.
Länge: 3.100 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
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Herbst des Lebens

HändeTextauszug: Was sind das für Zeiten? Der Winter macht einen auf jungen Mai, was unweigerlich bei dem einen oder anderen Frühlingsgefühle freisetzt. Und was flattert mir da mit der Post ins Haus? Eine Broschüre zum „Herbst des Lebens“. Ich frage mich natürlich sofort, wer dieser „Herbst des Lebens“ ist? Ist es vielleicht DER Herbst des Lebens? Und hat er sich bei der Wahl zum Herbst des Lebens gegen den einen oder anderen lauen Spätsommer und den verregneten Winteranfang durchgesetzt? Da fällt mein Blick auf eine Unterzeile, in der von den „goldenen Jahren“ zu lesen ist. Mal ehrlich, wer denkt sich so einen Quatsch aus? Wann ist der Herbst des Lebens erreicht? Ist die Geburt dann so etwas wie der erste Frühling des Lebens oder eher ein Frühsommer des Lebens? Und was kommt nach dem Herbst des Lebens? 

Inhalt: Alternativen zum Herbst des Lebens
Länge: 2.296 Zeichen
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Altersweigerung

MEV19010Textauszug: Alt ist, wer sich alt fühlt. Ein Satz, bestens geeignet, um den Verfasser dieser Zeilen dazu zu verdonnern, ein paar Taler ins Phrasenschwein zu stecken. Und doch ist etwas dran an dieser Volksweisheit. Zumindest mit Blick auf meine Nachbarin Auguste. Die ist jüngst 80 Lenze jung geworden, aber – Hallo, Phrasenschwein – noch immer fit wie ein Turnschuh. Noch dazu stets adrett gekleidet und sehr gepflegt. Gut, das eine oder andere kleine Fältchen und das gräuliche Haar lassen schon Rückschlüsse auf die Tatsache zu, dass „Guste“ nicht mehr die Jüngste ist. Aber mit alten Leuten will sie partout nichts zu tun. Etwa mit der „Omma“ aus dem roten Backsteinhaus. Die sei schon 83 (!) und würde am Stock gehen. Und deren Mann, der bestimmt sogar schon Mitte 80 sei, hätte ein Klapper-Gebiss, was natürlich überhaupt nicht geht.

Inhalt: Silberlocken mit Pepp
Länge: 2.625 Zeichen
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Happyness-Beule

Sitzküssen, Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wenn wir jung sind, können wir es kaum abwarten, älter zu werden. Doch ab einem gewissen Alter wandelt sich die Sichtweise. Hatten wir in jungen Jahren noch bisweilen das Gefühl, die Zeit sei eine Schnecke, so scheint sie parallel zum Älterwerden an Tempo zuzulegen. Vielleicht kommt es einem auch nur so vor, weil einem irgendwann bewusst wird, dass das eigene Dasein auf diesem Planeten zeitlich begrenzt ist. Bei vielen setzt dieser Umdenkungsprozess zwischen dem 40. und 50. Wiegenfest ein. Neudeutsch sprechen wir in diesem Zusammenhang gerne mal von einer Midlife Crisis. Wobei natürlich die Frage erlaubt sei, ob dies korrekt ist; ob der Begriff überhaupt noch zeitgemäß ist? Schließlich werden wir Menschen rein statistisch gesehen immer älter.

Inhalt: Seniorendasein als Glücksdelle
Länge: 2.534 Zeichen
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