Kollektiver Gedächtnisverlust

Textauszug: Wenn ich Ihnen einen guten Rat für die Zeit zwischen dem ersten Advent und Neujahr geben darf: Versuchen Sie um jeden Preis Ihr Ableben auf die Zeit danach hinauszuschieben. Und dies hat nichts damit zu tun, dass Sie sich in diesem Jahr auf besonders spektakuläre Geschenke freuen dürfen oder dass die Silvesternacht die Party Ihres Lebens werden könnte. Im Dezember das Zeitliche zu segnen, zeugt nämlich nicht gerade von großer Weisheit.  Zumindest dann, wenn Sie gerne nicht nur Ihren engsten Verwandten und besten Freunden im Gedächtnis bleiben wollen, sondern auch den Gedanken begrüßen würden, wenn sich die breite Masse dereinst an Sie erinnert. Das gilt natürlich insbesondere für alle Prominenten, für alle Stars, Sternchen, Möchtegern-Sternchen sowie die Adeligen, die Reichen und Gefönten. 

Inhalt: Warum der Dezember eigentlich nicht stattfindet
Länge:  2.130 Zeichen
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Pfundsgemeiner Advent

Textauszug: Die Vorweihnachtszeit ist bekanntlich jene Zeit, in der nicht nur herrliche Düfte von Glühwein über gebrannte Mandeln bis hin zu leckeren Keksen überall in der Luft liegen, sondern auch jene Zeit, in der ob der Genüsse bei vielen die Kleider rasant enger werden zu scheinen. Irgendwie ist der Advent im wahrsten Sinne des Wortes pfundsgemein. Vielleicht, weil der eine oder andere in ein Weihnachtsmannkostüm schlüpfen muss, und dafür ein stattliches Bäuchlein braucht. Wobei ein Original immer besser wirkt als ein unter den roten Mantel gestopftes Kissen, das auch noch verrutschen könnte. Vielleicht ist die vorweihnachtliche Gier nach Süßkram und warmen Alkohol auch nur eine Art vierwöchiges Trainingslager, um den Magen mit Blick auf die obligatorischen Völlereien am Heiligen Abend und den folgenden Weihnachtstagen schon mal ein wenig vor zu dehnen. 

Inhalt: Warum der Advent dick macht
Länge:  1.657 Zeichen
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Dezemberangst

Textauszug: Da war sie wieder, diese Angst. So sicher wie das Amen in der Kirche beschleicht sie mich jedes Jahr um diese Zeit. Da sorgen weihnachtliche Beleuchtung, der Geruch von Zimtsternen und gebrannten Mandeln allerorten für eine gewisse Vorfreude. Diese wird jedoch durch die permanente Angst überschattet. Ich traue mich kaum noch, das Radio anzuschalten. Am besten ich höre jetzt ein paar Wochen lang nur noch CD-Musik meiner Wahl.

Thema: Wie man sich vor Whams „Last Christmas“ schützt.
Länge: ca. 1.750 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
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Hengstweib

Textauszug: Da liegen sie. Arme in die Hüfte gestemmt, die Beine ausgestreckt, eine Pfeife in die Bauchdecke gedrückt und nichts als Rosinen im Kopf. Der Blick ist starr geradeaus gerichtet. Sie verziehen keine Miene. Immer dann, wenn die Tage kürzer, die Temperaturen niedriger werden, lauern sie einem landauf, landab auf. Sie sind überall. In Bäckereien und Konditoreien, in Supermärkten, selbst an Tankstellen, von süßen Tellern und aus bunt verzierten Tüten schlägt uns dieser leere, scheele Blick entgegen.

Thema: Invasion der Stutenkerle.
Länge: 3.307 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
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