0800er-Safaris

Textauszug: Dann endlich, nach einer halben Ewigkeit, in der längst eine zweite Morgenrasur fällig ist und sich zwischen Arm und Tisch erste Spinnwebe gebildet haben, ein Freizeichen. Doch die Palmeninsel in Sichtweite ist eine Halluzination. Eine mechanische Stimme gibt Regieanweisungen: „Haben Sie technische Probleme, dann drücken Sie jetzt die 1. Wenn Sie Fragen zu Ihrer Rechnung haben, drücken Sie die 2…“ Ein schier endloses Zahlengewirr prasselt auf den ahnungslosen Anrufer nieder. Kurzum wird wahllos eine Nummer gedrückt, frei nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – oder wie sagt der Engländer. „No risk, no fun.“

Thema: Wie kostenpflichtige Telefonhotlines die Leidensfähigkeit testen.
Länge: 2.754 Zeichen (inklusive Leerzeichen
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Notdurft-Sesam-öffne-Dich

Textauszug: Als Hobby-Caruso gibt sich der Finne gerne stimmgewaltig beim Karaoke. Ansonsten gilt der Finne an sich eher als wortkarg. Er liebt die Einsamkeit im Land der 10.000 Seen und lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Allenfalls der Saunagang bringt ihn zum Schwitzen. Manchmal, aber nur wirklich manchmal, sorgt auch der Druck in der Blasen- oder Darmgegend dafür, dass selbst dem nordisch unterkühlten Finnen nicht nur warm ums Herz wird.

Thema: Die Finnen testen Toiletten, die sich nur per SMS öffnen lassen
Länge: ca. 2020 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
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Der Smartphone-Bazillus

TelefonTextauszug: Wie steigert man ekelig? Nein, nicht ekelig, ekeliger, am ekeligsten, sondern Toilette, Kühlschrank, Smartphone. Denn – und dies mag manchen Dampfplauderer erschrecken – das mobile Telefon ist gemäß des renommierten Wall Street Journals eine der größten Keimschleudern in unserem Alltag. Dabei geht es nicht um die fiesen Bazillen von NSA & Co, die uns Flöhe ins Ohr gesetzt haben und regelmäßig abhören. Vielmehr geht es um jene Keime, die sich bis dato vornehmlich in und auf Toilettenschüsseln getummelt haben. Denen scheint das Leben zwischen Darmtrakt und Abflussrohr nicht mehr richtig zu gefallen. Stattdessen haben sie sich einen neuen Lieblingstummelplatz auf dem Display des Smartphones besorgt. Das hat aus Sicht der Keime zahlreiche Vorteile.

Inhalt: Das Mobiltelefon als Keimträger
Länge: 1.852 Zeichen
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Bluetoothbehälter

wine-600134_640Textauszug: Ja, der Mensch ist schwach. Sehr, sehr schwach. Also, er kann schon einen Eimer Wasser oder einen Rahmen Bier hochheben, aber er kann gewissen Reizen und Gelüsten irgendwie nicht widerstehen. Ja, der Mensch ist ein Weichei, der seinen eigenen Willen nicht im Griff hat. Der eine will weniger oder gar nicht mehr rauchen, greift aber immer und immer wieder zum Glimmstengel. Der andere will weniger Schokolade und Süßkram essen, stopft aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit zuckerhaltige Leckereien kiloweise in sich rein. Wohl wissend, dass er sich das Zeug auch direkt auf die Hüfte schmieren könnte. Fast jeder von uns hat eine Sucht, die er kaum bis gar nicht kontrollieren kann. 

Inhalt: Wie ein Plastiksafe Willensschwachen helfen kann
Länge: 2.572 Zeichen
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Blechtrottelfrust

CallcenterTextauszug: Eine Weile kam ich mir vor, wie das schärfste Messer in der Schublade. Ich war begehrt. Ach was, mehr als begehrt. Da wurde jemand tatsächlich nicht müde, sich um mich zu bemühen. Regelmäßig wurde ich telefonisch kontaktet. Doch die anfängliche Euphorie ist nun der Ernüchterung gewichen. Ich dachte wirklich, es ginge um mich. Dabei geht es nur um mein Portemonnaie. Okay, es dauerte ein Weilchen, bis ich dies begriffen hatte. Doch kaum war die Tinte unter dem Vertrag trocken, schien sich der Telekommunikationsanbieter partout nicht mehr an mich erinnern zu können oder zu wollen. Auch die versprochenen Leistungen und Leitungen wollen irgendwie nicht so richtig. Darum griff wiederum ich zum Hörer, um meine neue alte Liebe einmal telefonisch zu kontakten. Aber es ging partout keiner mehr ans Telefon. Keine wollte mit mir sprechen.

Inhalt: Warteschleifen- und Call-Center-Frust
Länge: 2.073 Zeichen
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Selfie-Macher

Fotografieren, Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer auf Achse ist, will Beweise. Und zwar darüber, wo er war. Gut, normalerweise erinnern wir uns daran, wohin wir gereist sind – zumindest an die meisten Orte. Aber wir wollen natürlich auch anderen beweisen, wo wir überall waren. Früher wurde dann zum Taschenmesser gegriffen und in einen Baum oder eine Hauswand ein schlaues „I was here“ geritzt. Das ging natürlich auch mit einem Kuli oder Edding. Mit denen konnte man sich auch herrlich auf Hauswänden, Türen und Fliesenspiegeln verewigen. Die Daseins-Bekundung in englischer Sprache zeugte zudem davon, wie gebildet und weit gereist jemand war. Das einzige Problem: Der Baum-, Parkbank- oder Wandkritzler musste anonym bleiben, um nicht Gefahr zu laufen, für den Schaden zur Kasse gebeten oder zu Reinigungsarbeiten gezwungen zu werden.

Inhalt: Passionen von Selfie-Fotografen
Länge: 2.712 Zeichen
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